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19.02.17 - Michael Niedermeier macht Schluss

Von: BDR-Medienservice

Zweifacher Weltmeister aus Bruckmühl gibt Rücktritt bekannt

Michael Niedermeier bei seiner letzten Kür. Bei der WM in Stuttgart gewann der zweifache Weltmeister Silber. (Foto: M. Thomé)

BRUCKMÜHL - (isk/st) Es war doch die Abschluss-Szene. Bei der WM in Stuttgart nahm Michael Niedermeier (Bruckmühl) auf dem Rad seines überraschenden Bezwingers und neuen Weltmeisters Lukas Kohl als Mitfahrer zur Ehrenrunde Platz.

 

Eine bewegende Szene – die Fans reagierten mit stehenden Ovationen. Was im Dezember 2016 kaum jemand ahnte, wurde jetzt Realität. Niedermeier hängt das Kunstrad an den Nagel.

 

"Es ist jetzt die Zeit gekommen offiziell bekannt zu geben, dass ich meine aktive Karriere beendet habe", teilte Niedermeier auf seiner Facebook-Seite mit und erläuterte seine Gründe.

 

"Vor allem in der letzten Saison habe ich bemerkt, dass die Energie weniger wird. Kleine Wehwehchen zogen sich länger hin, es fiel mir schwerer, das ganze Jahr 100 Prozent in den Sport zu investieren." Die WM-Kür war als finale Performance vorgesehen.

 

"Aber diese WM war dann einfach der Hammer, sollte ich also nochmals ein Jahr dranhängen…?" Die ultimative Stimmung ließ den 26-Jährigen zaudern. Sein "Körper" und das "Bauchgefühl" aber bestätigten ihn in seinem Entschluss: Ciao.

 

In diesem Jahr will Niedermeier sein Jura-Studium, das allzu oft nur an zweiter Stelle stand, abschließen. Jetzt stehe das Examen an; und noch eine weitere Saison "mit Halbgas zu bestreiten" kam für Niedermeir nicht in Frage. "Dafür ist der Sport zu geil und hat mir zu viel gegeben."

 

Hinter Niedermeier liegen 19 Jahre Kunstradsport "mit allen Höhen und Tiefen die man sich vorstellen kann." Insbesondere die vergangenen vier Jahre verliefen für ihn dabei so erfolgreich wie er es nie für möglich gehalten hätte.

 

Niedermeier: "Wenn mir zu meinem ersten Wettkampf 1998 jemand erzählt hätte, dass ich im Jahr 2016 in insgesamt acht Jahren in der Eliteklasse viermal Deutschland auf der WM vertreten durfte und dabei zwei Gold- und zwei Silbermedaillen gewinnen würde, hätte ich ihn wohl ausgelacht und nichts davon geglaubt."

 

Vielleicht wird Niedermeier nun öfter auf dem Motorrad sitzen – oder Klettern gehen. In den Kunstradsport-Hallen aber werde man ihn ebenso hin und wieder antreffen. "Ich bleibe dem Sport definitiv erhalten. Werde aber entspannter sein", so sein Versprechen.

 

 

Wegbegleiter sagen danke

 

"Er hat mir seine Entscheidung am Telefon mitgeteilt. Es ist schade, aber nachvollziehbar", so die spontane Reaktion von Bundestrainer Dieter Maute. "Ich hoffe, dass er dem Kunstradsport mit seinem Wissen und Können erhalten bleibt."

 

Aber zunächst heißt es, den bayerischen Ausnahme-Biker, der 2014 und 2015 den WM-Titel gewann, 2013 und 2016 auf dem zweithöchsten Podest stand, zu verabschieden. Maute: "Einem großen Athleten und vorbildlichen Sportsmann wünsche ich viel Glück und Erfolg auf seinem weiteren Lebensweg."

 

Niedermeiers "Thronfolger" Lukas Kohl kommentierte die Nachricht: "Auch wenn ich die Beweggründe sehr gut nachvollziehen kann und den Mut zu seiner Entscheidung bewundere, werde ich die gemeinsamen spannenden Wettkämpfe vermissen."

 

Kohl bedankte sich "für die gemeinsamen Trainingseinheiten, die spannende Saison, die Erfahrungsweitergabe im Training und Wettkampf, ganz besonders für den superfaire Sportlichkeit - wir waren ein tolles Team an der WM."

 

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